Der Traum von König Norodom Sihanouk

Aktualisiert: vor 4 Tagen



Lebte die kleine Kantha Bopha heute, müsste die Tochter des kambodschanischen Königs Norodom Sihanouk sehr wahrscheinlich nicht mehr im zarten Jugendalter an Leukämie sterben. Ihr Vater hat dem Kinderspital von Phnom Penh den Namen Kantha Bopha («Duftende Blume») in Erinnerung an seine verstorbene Tochter gegeben. Als er den Schweizer Kinderarzt Dr.med. Beat Richner bat, dass seit dem Krieg darniederliegende Spital wieder aufzubauen und in Betrieb zu setzen, war seine Bitte mit der Hoffnung verbunden, dass künftig Kinder mit Leukämie im eigenen Land geheilt werden könnten.


«Mit einem Koffer voller Leukämie-Medikamente nach Phnom Penh geflogen»


Seit bald zwanzig Jahren ist es so weit. Beat Richner und sein Stellvertreter Dr. med. Peter Studer haben ihren Kollegen Professor Dr. med. Felix Niggli, den Leiter der Kinder-Onkologie am Kinderspital Zürich, nach Kambodscha eingeladen, um dort einen Therapieplan für die Leukämie-Behandlung aufzubauen. Felix Niggli, der inzwischen pensioniert ist, hat diese neue Aufgabe gleich praktisch angepackt, er erinnert sich an seine erste Reise 2003: «Ich bin mit einem Koffer voller Leukämie-Medikamente im Wert von etwa 10 000 Franken nach Kambodscha gereist und habe mich am Flughafen in Siem Reap gefragt, ob ich durch die grüne oder die rote Tür schreiten soll. Habe mich dann für die grüne entschieden und niemand hat etwas gemerkt von dieser Medikamenteneinfuhr», lacht er.


«Mir ging es darum, gleich die ersten Kinder zu behandeln, wenn ich schon dort bin.» Anschliessend flog er jedes zweite Jahr nach Kambodscha, um mit den dortigen Ärzten, zunächst nur in Phnom Penh, eine den lokalen Umständen angepasste Behandlung einzuführen: Die Schwierigkeit bestand in der Länge der Therapie, die zwei Jahre dauert, die Abwehr des Patienten zerstört, dadurch das Infektionsrisiko erhöht für die zahlreichen Krankheiten, die im Land verbreitet sind. Nigglis Ziel war deshalb, eine Leukämiebehandlung, die nicht allzu aggressiv und noch einigermassen bezahlbar ist, einzuführen. Das ist gelungen, und seither konnten fast 50 Prozent der mit Leukämie geheilt werden, das entspricht noch nicht den Heilungserfolgen in der Schweiz, wo über 80 Prozent der Kinder überleben.


Aber Niggli ist optimistisch und setzt bereits auf die Anwendung von neuen Medikamenten, die weniger Nebenwirkungen erzeugen, aber relativ teuer sind. Deshalb ist auch seine Mission auf Spendengelder aus der Schweiz angewiesen.


Seine Partnerin vor Ort ist die Vizedirektorin der Kantha Bopha Spitäler in Phnom Penh, Professor Dr. med. Iv Malene, mit der er regelmässig in Kontakt steht. Sie ist von der Zusammenarbeit mit Niggli begeistert: «Kantha Bopha bleibt in Kambodscha die einzige Hoffnung für Kinder mit Leukämie. Professor Niggli hat uns vor 18 Jahren geholfen, das erste Behandlungszentrum für Leukämie aufzubauen. Es ist auch heute noch überlastet, aber die Kinder werden nach den bestmöglichen Behandlungsprotokollen in enger Zusammenarbeit mit Professor Niggli behandelt.»


Bitte unterstützen Sie weiterhin das nachhaltige Lebenswerk von Dr. med. Beat Richner. Jeder Franken hilft heilen, retten und vorbeugen.


Dr. iur. René Schwarzenbach, Präsident,

Prof. Dr. med. Michael Grotzer, Vizepräsident

Stiftung Kinderspital Kantha Bopha, Dr. med. Beat Richner,

PC 80-60699.1, IBAN Nr. CH98 0900 00008006 0699 1

www.beat-richner.ch, www.facebook.com/dr.beat.richner

Zürich/Phnom Penh, im November 2021


(Foto oben: Dr. med. Yv Malene der Leukämie Abteilung des Kantha Bopha 2 Spitals, welches 1996 neben dem Königspalast errichtet wurde.)